PONS
heise online
Klemm dirigiert
Elsas Nacht(b)revier
Femi & Mikel
scherbenhaufen
Duo Maliziös
Sybille Sachs
chorblatt.de
olle Kamellen...
| < | Februar 2012 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | ||||
24.
November
2011
EU, und noch kein Ende...
Der Zeichen und Wunder kein Ende: Europäischer Gerichtshof gegen zentrales Filter- und Sperrsystem.
Und ich lese in oben verlinkter Meldung bei Heise abschließend: “Darüber befürchtet der EuGH, dass das Filtersystem auch zur Sperre von zulässigen Inhalten beitragen könnte.” Und ich füge hinzu, sich missbrauchen ließe zur Sperre von jedweden Informationen, wie strittig oder unstrittig ihre Zulässigkeit auch immer sei. Mit Blick die stümperhafte Stoppschild-Idee würden derartige Filtermechanismen einen Durchbruch bedeuten. Und den Untergang nicht nur des Internet, wie wir es kennen.
Zu viele Politiker sind noch immer auf dem Trip, Eisbergspitzen unsichtbar machen zu wollen und meinen zudem, versehentlich mitbetroffene Inselchen mit verschneiter Bergspitze und ob weißer Takelage weggefilterte Segelschiffe müssten als Kollateralschaden akzeptiert werden. Und im übrigen, wer sich nichts zuschulden kommen ließe… Und überhaupt, man solle doch bitte nicht immer so misstrauisch sein den zuverlässig regierenden Sicherheitsbeamten gegenüber.
Anstatt anstehende Probleme an der Wurzel anzupacken: internationale Kriminalitätsbekämpfung voranzubringen sowie Copyright und Patentrecht endlich wieder Ihrer ursprünglich intendierten Wirkung zuzuführen.
Nein, am Ende ist die EU wahrlich nicht, solange sie noch solche Meldungen zu produzieren vermag, habe ich Hoffnung.
24. November 2011, 21:40
verlinken / Kommentare [1]
22.
November
2011
EU - Eine Umbenennung?
EU, wofür hält dieses Kürzel her, Europäisch mag ja noch zutreffen, aber Union, steht das für Vereinigung? Seit wann ist man sich einig denn in diesem Bund? Außer (hoffentlich!) darüber, sich nicht mehr kriegerisch ins eigne Fleisch schneiden zu wollen?
EU – Ein Untergang, das mag ich nicht glauben; wer will schon untergehen. EU – ergo uniformis. Galt für die Gurken, aber das ist mittlerweile krude Fußnote der EU-Gurken-Geschichte, und sogar bei den Tomaten merkt man zumindest auf den Märkten, dass die nicht mehr EU-vernormt rot-rund-geschmacklos sein müssen, sondern wieder intensiv nach Tomate schmecken können, und ganz anders aussehen auch.
EU – ergo ubertas, fruchtbare Fülle, reichlichen Nutzen zeugend? Seit wann denn bitte das? Zumal sich gerade einige EU-Regierungen anzuschicken schienen, Probleme ganz ohne EU-Apparatschikis aufs Korn zu nehmen…
Oder ist doch Bewegung möglich im bürokratischen Möchtegernzentralgestirn? Wenn die so weitermachen, muss ich etwa meine Meinung über die Bürokraten in Brüssel revidieren? Womöglich:
17.11.2011:
EU-Parlament stimmt für Netzneutralität
20.11.2011:
EU-Kommissarin kritisiert die unzeitgemäßen Copyright-Regeln
22.11.2011:
EU-Agentur für Netzsicherheit warnt vor unbedarfter Nutzung von Cloud-Computing
Ich bin sprachlos. Da redet man sich den Mund fusslig und schreibt sich die Finger wund, und auf einmal werden Amtsinhaber sehend? Zumal EU-Amtsinhaber? Noch fehlt mir der Glaube an die Wirkung welch steten Tropfens auch immer, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, auch meine Hoffnung…
22. November 2011, 20:44
30.
Oktober
2011
Amputationen
In frühen Zeiten des “Homecomputers” begann ich Briefe mit einem Textprogramm zu verfassen. Nicht die Amtsbriefe, die ohnehin, sondern eben auch Briefe an Freunde und Bekannte. Man konnte Bilder integrieren (graustufig und ziemlich pixelig). Man konnte schreckliche Gestaltungsexperimente mit noch schrecklicheren Schriftarten veranstalten. Und ich hatte das Gefühl, auf diese Weise meine Gedanken besser sichten und vollständiger notieren zu können. Das traf in gewissem Maße durchaus zu.
Aber irgendwann wurde ich einer Amputation gewahr, nämlich dass ich keinem roten Faden mehr zu folgen verstand; ich beobachtete mich beim Hin- und Herschieben von Absätzen, die Texte wuchsen in wilden Gedankensprüngen zu wahrscheinlich ebenso chaotischem Gestrüpp. Ich hatte jegliche Filter abgelegt; ließen sich doch alle Einfälle nach und nach in epischer Breite einsortieren. Und griff ich mal zum Federhalter, dann führte jede versehentlich betretene Sackgasse meiner Schilderungen zum Neustart meines Schreibens – ich konnte erkannte Schwächen oder Fehler nicht mehr ertragen; der Federhalter ließ die Lösch-Taste vermissen. Mir wurde Angst.
Bald hatte ich wieder einen Lieblingsfederhalter, musste regelmäßig Tinte nachkaufen und füllte Blatt um Blatt und Heft um Heft.
Dann kam das Internet. E-Mail, Website, Blog verführten mich erneut zum Tippen. Aber das Bewusstsein um die Schattenseiten blieb, und die Liebe zu frischer Tinte auf weißem Papier und die wohltuende Vertrautheit des leisen Kratzgeräusches der Feder blieben gegenwärtig.
Doch wenn ich mal nach einer bestimmten Notiz suchte, schemenhaft mir ein Gedanke in Erinnerung war, den ich gerne weitergeführt hätte, dann fiel die Suche schwer in all dem Tinten-Geschreibsel. Der Griff zu Google, zu modernen Suchprogrammen verwöhnt mit der Verheißung, buchstäblich alles in Sekundenschnelle auffinden zu können. Sofern es irgendwo digital erfasst ist. Und man ein Gefühl für solches Suchen hat.
Mein alter Mathelehrer ließ uns ein Merkheft führen, in dem wir bei Arbeiten alle Grundlagen und Regeln nachschlagen durften. Hauptsache, gewusst wo. Und wie anzuwenden… denn der Unterschied zwischen kennen und können, den er geradezu predigte, erwies sich in den Mathearbeiten als ziemlich entscheidend.
Ich denke sehr intensiv über ein universelles, “digitales” System für Notizen nach, mit dem sich jegliche Gedankenfäden und Geistesblitze sowie Anregungen abbilden und ideal archivieren und verwalten lassen. Es existieren viele Ansätze, keiner ist für mich überzeugend – vielleicht gibt es keine universelle Lösung. Zu diesem Thema wahrscheinlich später mehr.
Aber zugleich erschreckt mich die Beobachtung einer erneuten Amputation: Ich erwische mich bei der zunehmenden Neigung, das Gedachte oder Gefundene eher digital zu archivieren denn in meinem Kopf. Und ich spüre, dass mich dieser Trend in meinen Möglichkeiten beschneidet. Nichts geht über Wissen, das man im eigenen Kopf parat hat. Gäbe es einen Verbindungs-Mann-im-Ohr zu Google&Co. – würde der das Problem lösen? Wenn jede gedachte Frage sofort aufgelöst würde? Abgesehen davon, dass eine solche Lösung technisch in der Ferne liegt, wenn auch vielleicht nicht in weiter Ferne, wäre sie nicht an das Wort gebunden? Würde sie denn gleichziehen können mit dem noch immer weitgehend unverstandenen Funktionieren unseres Hirns? Ich bezweifele das. Ich meine an mir zu beobachten, dass sich viele Ideen “vorsprachlich” entwickeln. Dass sie auf schwer zugängliche Weise über dem Raum in meinem Hirn gespeicherten Wissens entstehen.
Dieses Gefühl tut meiner Suche nach optimaler Erfassung von Gedankenschnipseln keinen Abbruch. Aber ich bin sensibilisiert dafür, mir wieder mehr Informationen zu merken. Es fühlt sich an wie mein erneuter Griff zum Federhalter, vor vielen Jahren…
30. Oktober 2011, 11:11
verlinken / Kommentare [2]
29.
August
2010
Wolkenblase
Clouds sind seit einiger Zeit so ein Marketing-Modethema, eine gigantische Cloud-Computing-Wolkenblase treibt schillernd vor sich hin.
Man kann nun Cloud Computing aufs Korn oder auf die Schippe nehmen, nur auf die leichte Schulter nicht. Es ist ein Datenschutzthema (wie in ihrem Zeit-Blog Kulturkampf Christiane Schulzki-Haddouti ganz recht bemerkt). Vor allem sind die Technologien dahinter nicht neu, und der Begriff ist alles andere als wohldefiniert. Typisch für solche Modeerscheinungen. Es gibt einen griffigen Namen, der ausreichend wolkig definiert ist, um ihn ohne Hintergrundwissen allenthalben anbringen zu können.
Clouds, die das Internet bewölken, sind mir nur dann willkommen, wenn ich darin ordentlich verschlüsselte Daten hinterlegen kann. Damit kann man aber kein Cloud Computing betreiben, denn dazu müsste man ja innerhalb der Cloud an die Inhalte herankommen. Ist also nur eine sehr marginale Form dessen, was da gegenwärtig so hochgeredet wird. In einem Intranet ist das ein anderes Thema; das Intranet, es ist im besten Fall ein geschützter Raum, bei dem man wohl erwägen kann, manche Daten durch einen irgendwo, aber eben im Intranet gelegenen Rechnerpool verarbeiten zu lassen.
Wenn ich an Internet und verteiltes Arbeiten denke, dann schweben mir gut verschlüsselte Datenmassive vor, die jederzeit als Kopie auch offline zu nutzen sind. Die nur am Endgerät entschlüsselt werden, und auch das nach Zugriffsrechten unterschieden. Für die es Konsistenzsicherungs- und Backup-Mechanismen gibt, hin zu unterschiedlichsten Plattformen. Gibt es leider nicht. Noch nicht in Sicht. Das Telefon kennt Adressen und Termine, aber die kann es nicht ohne intensive, nervenaufreibende Mithilfe des Nutzers mit den entsprechenden Programmen auf dem heimischen PC abgleichen. Vor allem nicht ohne Detailverluste. Adressbüchern fehlt hier das eine, dort das andere Element. Terminen lassen sich nicht selbstverständlich Gruppenrechte zuteilen, die sie automatisch den jeweiligen Gruppenmitgliedern auf den Schirm bringen. Für vieles gibt es unterschiedlich clevere, ansatzweise Lösungen, aber es gibt keine umfassende. Das liegt wesentlich daran, dass man von Datenkompatibilität zwischen unterschiedlichen Anwendungen nicht reden kann.
Fast jeder kann sich heutzutage mit fast jedem verbinden und Daten austauschen, aber eine Ebene höher, bei der semantischen Analyse, ist großes Schweigen im Walde. Weil jeder sein eigenes Attributierungssystem einführt, andere versuchen immerhin, eine Art Fach-Esperanto zu installieren. Es scheitert, wie Esperanto. Weil es nicht die richtige Herangehensweise ist. Ich halte den Cloud-Boom für eine phantasielose Flucht; Daten werden in der Cloud letzlich wieder zentralisiert (auch wenn Cloud Computing verteiltes Arbeiten suggeriert), und zudem entsteht Abhängigkeit vom Netzanschluss. Ich meine, dass XML eine gute Basis für den Datenaustausch ist, dass aber etwas wie fest vordefinierte XML-Dialekte nicht aus dem Kompatibilitätsdilemma führt. Ich meine, dass Programme uns in die Lage versetzen müssten, Attributierungssysteme in kürzester Zeit halbautomatisch aufeinander abzubilden. In dem Umfang, in dem es für die jeweilige Anwendung gerade erforderlich erscheint. Optional verlustfrei. Ist noch recht nebulös, dieses Statement. Es wird mich geraume Zeit beschäftigen, dann mehr.
29. August 2010, 18:11
29.
November
2009
Das Grammophon im Schinken
Nach dem Mittag war die Luft raus, ich wohnte einer Schinkenpause bei. Soweit ich meine Augen offenhalten konnte: Sabrina, in Schwarz-Weiß, von Billy Wilder. In einer Szene schippern Audrey Hepburn und Humphrey Bogart in einem kleinen Kahn, und zwischen ihnen steht ein Grammphon. Kurz kurbeln, nächste Platte drauf, und wie stilvoll präsentierte sich die Klangkonserve!
Ja, der Plattenspieler hatte dann Verstärker, bald gab es Stereophonie – doch wie auf einem Boot und ohne Strom? Nächster Versuch, das Kofferradio, mit Bandsalat in der Kassette, Dank Batteriebetrieb mobil – aber ästhetisch kann doch so ein Ding dem Grammophon kein Wasser reichen. Da ist nur konsequent, es zu verkleinern, bis man es nicht mehr sehen muss. Und wenn die Ohrstöpselverkabelung mit Fitz nicht ohnehin zu erstem Näherkommen führt, so hat man wenigstens ein Thema, wenn es um die Deutung der Extras des ultrakleinen Spielzeugs geht.
Ich bin gewiss kein Technik-Feind, aber den Fortschrittsglauben mancher Zeitgenossen kann ich nicht begreifen. Zu viele Neuerungen sind mit schmerzlichem Verlust erkauft. Zu selten ists ein Kompromiss. Meist liegt es nur daran, behaupte ich, dass die Entwickler das Wesen ihres Gegenstandes nur halb begriffen haben und zu früh zufrieden sind. Das find ich schade.
29. November 2009, 15:53
/



